Vom alten Kino
zur "Neuen Bühne"


Ein Traum geht in Erfüllung: Am 13. Dezember 2003 eröffnen wir unser eigenes Theater.

Das ehemalige Kino an der Frankfurter Landstraße 195 wird zur zweiten festen Spielstätte neben dem Gewächshaus der Orangerie und ermöglicht uns weitere Produktionen. Wir freuen uns, wieder Kultur an einem traditionsreichen Ort zeigen zu können.


1949/50 - Kurz nach der Währungsreform erfüllt sich der leidenschaftliche Cineast Reinhard Bannicke seinen Kindheitstraum.

Hinter der Gaststätte "Grüner Baum" eröffnet er in Darmstadt-Arheilgen ein eigenes Kino.
Die "Casino Lichtspiele" locken anfangs mit älteren amerikanischen Filmen. Der hier angezeigte Streifen "Blutrache" mit Douglas Fairbanks stammt aus dem Jahr 1941.
Mit den Lichtspielen knüpft der Arheilger Kinobesitzer an eine Film-Tradition an, die bereits 1922 im "Goldenen Löwen" begonnen hat.

Die ehemaligen Casino Lichtspiele in Arheilgen


Dieser Eingang im "Grünen Baum" führt die Besucher in den ersten Jahren in den Veranstaltungssaal hinter der Gaststätte.

Vor der Leinwand stehen knapp 100 Klappstühle, oft bis auf den letzten Platz gefüllt - obwohl es manchmal hereinregnet ... Die Sehnsucht ist groß nach anderen Film-Welten im Nachkriegsdeutschland. In den erfolgreichsten Jahren kommen über 80.000 Besucher in die Vorführungen.

Eingang zu den ehemaligen Lichtspielen


Im Vorführraum oben rechts sitzt Reinhard Bannicke oft selbst am Projektor. Seine Frau sitzt an der Kasse, Tochter Andrea spult Filmrollen zurück und kontrolliert die Eintrittskarten.

Mit wachsendem Erfolg wird aus dem Familienunternehmen zeitweise ein kleiner Betrieb mit weiteren Angestellten. 1957 entschließt sich der Kinobesitzer zum Anbau. Ein eigenes Foyer neben der Gaststätte empfängt fortan die Kinobesucher, Schaukästen bewerben ein umfangreiches Programm mit Spät- und Kindervorstellungen. Äußerlich ist der Eingang bis heute fast unverändert erhalten.

Blick in den Kinosaal der ehemaligen Lichtspiele


Das Fernsehen bringt die Wende.
Mit zunehmender Zahl der TV-Geräte lässt das Interesse am Kino nach. Größere Lichtspielhäuser in der Stadt zeigen zudem viele Streifen früher als die Vorstadt-Kinos.

1972 muss auch Reinhard Bannicke das Licht in seinem Kino löschen. Ins Kassenbuch schreibt er: "Kein Geld für Koks - Bude abgeschlossen - Ende !".
Eine Druckerei zieht in die Räume ein.


Im Sommer 2003 verlassen die Druckmaschinen das alte Kino wieder - wegen Geschäftsaufgabe.

Die Vermieterin, Kino-Tochter Andrea Lange geb. Bannicke, liest von der Suche einer freien Theatergruppe nach einem festen Haus und nimmt Kontakt mit der Neuen Bühne Darmstadt auf. Nach dreimonatigem Umbau findet ab 13. Dezember 2003 wieder Kultur an der Frankfurter Landstraße 195 statt. Diesmal sind die Schauspieler nicht projezierte Gestalten auf Leinwand, sondern stehen real im Rampenlicht.

Eröffnet wird das Theater mit Molières "Der eingebildete Kranke".